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  • FotoLocker aus dem Handgelenk…
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  • FotoHier wird gebuttert, was das Zeug hält.
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    Vom »Butterbrief« und »Flüsterteig«

    Alle Jahre wieder bei Wendl…

    Es war einmal…

    …ein Tag im Jahr 1329 – in Naumburg an der Saale wird dem Bischof für das katholische Weihnachtsfest ein Gebäck gereicht, welches in seiner Form und seinem Aussehen an das in Windeln gehüllte Jesuskind erinnern soll.

    …ein Tag Mitte September – 6 Uhr in der Früh. Klarer Himmel, kühle Luft, Sonnenaufgang – der Herbst kündigt sich an. Noch denken die Wenigsten an Weihnachten und seine leckeren Verführungen. Aber einige haben diese Freude bereits fest im Blick bzw. in ihren Händen.

    Ankunft in der Stollenbäckerei bei Wendl. Vier Hände kneten und formen ohne Pause. Alles geht flink und professionell von der Hand – eingespielt und einfach himmlisch mit anzusehen. Ein optisch opulenter Teig – reichhaltig mit Rosinen, Zitronat und vielem mehr. Die Erklärung vom Stollenmeister dazu: diesen Teig nennt man Flüsterteig, weil die Rosinen so nah beieinander liegen, dass sie sich quasi zuflüstern können. Passt ja, wenn man bedenkt, dass Weihnachten das Fest der Ruhe ist.

    Dass heute auch Butter und Milch in den Teig finden, haben wir Kurfürst Ernst von Sachsen und seinem Bruder Albrecht zu verdanken. Sie wandten sich mit der Bitte an den Papst, das »Butter-Verbot« aufzuheben. Erst im 15. Jahrhundert ließ sich der Heilige Vater erweichen und sandte ein als »Butterbrief« in die Geschichte eingegangenes Schreiben, dass bei Zahlung einer Buße »mit gutem Gewissen und Gottes Segen« auch Milch und Butter für den Stollen verwendet werden dürfen.

    Alle Jahre wieder…

    Traditionell wird der Stollen am 1. Advent angeschnitten – doch weil ein guter Stollen eine lange Ruhepause benötigt, um gut durchziehen zu können, beginnt die Stollenproduktion bereits im September. Das wohl Wichtigste dabei ist das Backen. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Zeit – eine Wissenschaft mit Fingerspitzengefühl. Nach dem Backen dürfen sich die Stollen ausruhen und abkühlen. Danach werden sie von Hand liebevoll mit reiner zerlaufener Butter bestrichen – so wird der gute Geschmack quasi »eingeschlossen«. Zu guter Letzt bekommen die Stollen ihr puderweißes Mäntelchen. Locker aus dem Handgelenk wird das Sieb wie ein Tamburin bewegt und lässt den weißen Zuckerzauber über den Stollen rieseln. Jetzt ist es soweit – die wunderschön anzuschauenden und so verführerisch duftenden Stollen, in denen meisterliche Handarbeit, viel Zeit und viele gute Zutaten »verbacken« wurden, werden sorgsam verpackt und in ihren vorweihnachtlichen Schlaf geschickt, um ganz in Ruhe zu reifen. Die besinnliche und wohlschmeckende Weihnachtszeit kann kommen.

      Stollen-Urkunde                                                    Stollen 2016

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