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    Aber bitte mit Sahne.

    Von Back- und Kunstwerken

    Zu den reichlich 300 Wendl-Mitarbeitern gehören rund 9 Auszubildende. »Ausbildung«, sagt Udo Wendl, »liegt nicht nur in unserem ureigenen Interesse, sondern ist darüber hinaus auch eine Verpflichtung«. Die Umstände, die Sophie Schneidewind (24) und Stefan Milsch (34) in ihrer Berufswahl gelenkt und in die Backstuben der Konditorei & Bäckerei Wendl geführt haben, waren gewiss von ganz unterschiedlicher Art. Manchmal genügt schon ein in der Luft liegender Duft von Brot und Brötchen. Sophie hat ihn gerochen, wenn sie mit dem Fahrrad zu ihrer Oma fuhr. Stefan reizte im wahrsten Sinne des Wortes das Handwerk, »etwas mit den Händen machen und jeden Tag ganz direkt die Ergebnisse sehen zu können«. Beide sind sie bei Wendl ausgebildet worden und dann als Gesellen im Betrieb geblieben. Beide sind sie allerdings keine Bäcker, sondern Konditoren, was ja wohl ein gravierender Unterschied wäre, der uns von Stefan grinsend aufs Brot geschmiert wird: »Der Bäcker kluntscht ja bloß seinen Teig zusammen« – was wir wohl in Gedanken ergänzen sollen mit: Und der Konditor veredelt das Back- zum Kunstwerk. Ganz so teigernst meinen sie es wohl nicht mit den professionellen Rivalitäten und außerdem: Was spricht schon gegen ein gesundes Selbstbewusstsein und einen fundierten Berufsstolz?

    Nach den speziellen Voraussetzungen und Talenten gefragt, die man als Azubi für ihr Handwerk mitbringen sollte, sind sich Sophie und Stefan einig: Kreativität! »Auch gute Noten in Mathe sind von Vorteil«, sagt Sophie, »das hilft zum Beispiel beim Rezepte umrechnen«. Was von einem Konditor verlangt wird, setzt einen schon beim Lesen der Aufgaben den allersüßesten Versuchungen aus. Das reicht von den herzustellenden Füllungen und Cremes, den Marzipan- und Nougat-Arten und den diversen Petit Fours über die Produktion von Pralinen, Bonbons, Karamell und Mandelsplittern, von Fruchtgelees und Konfitüren bis zum Entwurf von Ornamenten, Schriftzeichen und Symbolen. Sophie schwärmt für Nougat-Buttercreme, für Erdbeer-Sahne und Kirmeskuchen. »Aber der Kunde«, sagt sie, »der Kunde will immer nur Käse-Sahne!« Na gut, auch Sahne-Obst-Torten seien konstant beliebt, und die Klassiker heißen nun mal Sacher und Schwarzwälder Kirsch. Sophie aber hat Lust auf was Neues: auf eine Erdbeer-Reistorte zum Beispiel, mit einem Boden aus Milchreis und Grieß. Oder auf die Kombination von weißer Schokolade und Kaffee, was sich dann als Torte Latte Macchiato nennt. Stefan ist da schon etwas abgeklärter. Aber das muss er wohl auch, denn in Wendls Konditoreisparte ist Stefan einer von 2 Männern. Es ist ein junges Team, Sophie und Stefan betonen die gute Atmosphäre und hoffen, dass es so bleibt. Die Zukunft, so ist von ihnen zu hören, sehen sie – konditorgerecht – rosig.

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    Der Brotagonist

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